Der knurrige Klaus

Fisch – Katze – Maus und der knurrige Klaus 

Fisch – Katze – Maus – oh nein, sagte der alte und etwas knurrige Klaus, so etwas kommt mir nicht ins Haus! Mit genau diesen Worten fing alles an. Da saß er nun der alte, knurrige Klaus – in seinem Schaukelstuhl – eingehüllt in seine seit seiner Kindheit ihn begleitende Decke, die mehr Geschichten erzählen könnte, als der Mensch Lebensjahre hat. Klaus, mit seinem etwas zotteligem Bart, lichtem Haar und einem Gesicht, welches mit tiefen Falten durch ein schweres und hartes Leben geprägt war. Seine Blicke durchwanderten den Raum, bis seine Augen beim Anblick des kleinen Jimmy Halt machten. Sein Blick verharrte bei klein Jimmy und es durchfuhr Klaus ein merkwürdiges Gefühl. Komisch, dachte sich Klaus – irgendetwas scheint heute anders zu sein. Seine Gedanken, nahmen ihn auf eine kleine aber sehr intensive Reise. Zurück, zu den Tagen als er selbst noch ein heiterer, kleiner Kerl voller Lebensenergie und Übermut war. Er sah wie er in den Wiesen tobte mit einem oh so treuen Gesellen, welchen er über alles liebte. Dieser wuschelige und lustige kleine Kerl, der  ihm überall hin folgte, der all seine Launen, ob gut oder schlecht einfach ohne zu murren hin nahm und ihn immer wieder aufs Neue in seinem damals noch kleinen Herzen berührte.

Es war sein bester Freund – sein Hund Rocko. Ein kleiner braun-weiß gepunkteter Hund, mit großen, treuen und lebendigen Augen, dessen Rasse man nur erahnen konnte. Rocko – ein wilder kleiner Kerl der mit Klaus durch dick und dünn gegangen war. Es gab nichts was die beiden nicht teilten, egal ob von Kopf bis Fuß mit Matsch überzogen oder ein Einfaches plantschen im Bach – welcher  in der Nähe des Hauses war. Es waren wundervolle Jahre  gefüllt mit Freude und Gelächter, und nie hatte Klaus auch nur eine Sekunde darüber nachgedacht, dass es irgendwann einmal ein Leben ohne seinen besten Freund Rocko geben könnte. Am Abend fiel Klaus erschöpft – mit einem sanften Lächeln im Gesicht und seinem bestem Freund Rocko neben sich in den Schlaf.

Plötzlich riss Klaus ein schrilles Weinen aus seinen tiefen Gedanken. Es dauerte ein paar wenige Sekunden bis Klaus bewusst wurde wo er ist. Er blickte hektisch umher – und da sah er ihn, den kleinen Jimmy – am Kopf blutend und vor Schmerz kreischend. Klaus konnte es nicht ertragen klein Jimmy  – seinen Ur-Enkel schmerzend und weinend zu sehen ,so fuhr er rasch aus seinem Schaukelstuhl hoch und eilte hinüber zu klein Jimmy. Er nahm klein Jimmy auf den Arm – versuchte ihn zu beruhigen und lief so schnell es ging zum Telefon um nach Hilfe zu rufen. Nach Hilfe gerufen und auf diese wartend kümmerte sich Klaus so gut er es wusste um seinen kleinen Ur-Enkel. Doch klein Jimmy wollte nicht aufhören zu weinen. In diesem Moment erinnerte sich Klaus zurück an jenen Tag  als er vom Fahrrad stürzte und sich seine Knie blutig schlug. Er weinte bitterlich, doch in dem Moment als sein treuer Freund Rocko ihm zur Seite eilte – schien der Schmerz den Klaus zu jener Zeit verspürte wie von Zauberhand verschwunden. Jetzt im hier wollte Klaus seinem Ur-Enkel egal wie, einfach nur auf andere Gedanken bringen und ihm vom Weinen abhalten, und weil Klaus nichts anderes einfiel sagte er:  „Klein Jimmy … du musst nicht weinen – ich werde dir einen wunderbaren Freund besorgen, einen der dir deine Tränen von der Wange küsst wenn du traurig bist, einen der immer auf dich Acht haben wird, damit du keine Angst haben musst, einen Freund der niemals von deiner Seite weicht“. Klein Jimmy schaute seinem Ur-Opa in die Augen und fragte: „ Opa – was für ein Freund ist das?“. Klaus lächelte klein Jimmy an und sagte: Sieh nur klein Jimmy du weinst gar nicht mehr“. Gleich darauf kam der Arzt – er sah sich klein Jimmy an und beruhigte den knurrigen Klaus, der nichts von Erwachsenen wissen wollte und keine netten Worte für diese hatte. Klein Jimmy war der einzige der die sanfte Seite des sonst so knurrigen Klaus zu spüren bekam.

Nun da klein Jimmy nicht mehr weinte und der Arzt ihn gut versorgte, dachte Klaus nicht mehr an seine vor wenigen Minuten gesagten Worte. Er war gerade dabei sich zurück in seinen Schaukelstuhl zu setzen als klein Jimmy seinen Opa am Hosenbein zupfte und sagte: „ Opaaaa – wo ist er denn nun mein Freund?“. Da zuckte Klaus für einen kleinen Moment zusammen, hatte er doch nicht gedacht dass sich klein Jimmy das so verinnerlicht hat. Er schaute hinunter zu klein Jimmy und sagte: “ Sollen wir dir einen Freund suchen gehen klein Jimmy?“. Klein Jimmy schaute hinauf zu seinem Opa – lächelte ihn mit einem großem Grinsen an – hüpfte dabei ungehalten herum und rief: Ja – ja Opa… wir gehen einen Freund für mich suchen. Plötzlich hielt klein Jimmy für eine Sekunde inne und fragte dann: „ Opa… was genau ist so ein Freund und was macht er denn das man ihn Freund nennt?“.  Klaus konnte sich auf diese Fragen ein Schmunzeln nicht verkneifen, und erwiderte: „ So ein Freund ist etwas ganz besonderes; er hört dir immer zu – schläft mit dir ein – wacht mit dir auf – spielt mit dir und bringt dich zum Lachen, und wenn du traurig bist und weinen musst, dann küsst er dir deine Tränen von der Wange“.  Klein Jimmy war begeistert und lief im Zimmer umher und sang vor sich hin… Einen Freund  – ich bekomme einen Freund – oh ich bekomme einen Freund. Der knurrige Klaus genoss diesen Anblick – erinnerte er sich doch sofort wieder an seine schönen Tage in Begleitung seines Freundes. Komm klein Jimmy, wir gehen dir einen Freund suchen.

Oh.. oh… hier gibt es aber viele Freunde schoss es aus klein Jimmy heraus. Opa sieh nur, so viele Freunde – lass uns alle Freunde mitnehmen Opa. Klaus lächelte – beugte sich nach unten und nahm klein Jimmy auf seinen Arm. Er sagte: „ Nein klein Jimmy, wir werden einen ganz besonderen Freund für dich finden – warte nur ab“. Sie liefen durch das Tierheim und klein Jimmy wusste gar nicht wohin mit all seiner Freude darüber dass er einen Freund bekommt. Er blickte wild umher und plötzlich sah er ihn – seinen Freund. Er rief voller Entzückung: Opa – Opa ich habe ihn gefunden meinen Freund. Sieh nur da sitzt er und wartet auf mich“. Klaus sah hinüber und plötzlich stockte sein Atem. Das kann nicht sein dachte er für sich selbst und versicherte sich bei klein Jimmy. „ Bist du sicher dass dies dein Freund wird klein Jimmy?“. Klein Jimmy schaute seinem Opa in die Augen und sagte: Opa, siehst du nicht das er weint? “. Ich möchte seine Tränen weg küssen, das machen doch Freunde hast du gesagt. Klaus durchfuhr ein unglaublich wohlig warmes Gefühl in seinem Herzen und als er sah das klein Jimmys neuer Freund braun – weiße Punkte hatte, da wusste er das klein Jimmy einen guten und treuen Freund in seinem Leben haben wird.

So gingen sie nun, klein Jimmy – der knurrige Klaus und klein Jimmys neuer Freund. Sie machten sich auf den Weg nach Hause und als sie da entlang schlenderten fragte Klaus: „Klein Jimmy – wie soll er denn heißen dein neuer Freund?“.  Klein Jimmy dachte ein paar Minuten nach und sagte: „ Weißt du Opa – er soll auch so einen schönen Namen haben wie dein Freund als du klein warst. Ich nenne ihn Mocko – nicht Rocko. Ich nehme ein „ M „ weil es mein Freund ist und Mein mit „M“ beginnt. Klein Jimmy strahlte vor sich hin und der knurrige Klaus war überwältigt zu sehen, wie tief die Gedanken seines Ur-Enkels doch waren.

Zuhause angekommen tobte klein Jimmy mit seinem neuen Freund im Haus herum. Strahlende und leuchtende Augen sprühten wie kleine Funken durch die Luft. Der knurrige Klaus sah sich seinen Ur-Enkel und dessen neuen Freund wohlwollend an und sagte: „ Klein Jimmy… weißt du nun warum mir in mein Haus kein Fisch – Katze oder Maus kommt? „. Klein Jimmy drehte sich mit einem spitzbübischen grinsen in seinem zarten Gesicht zu seinem Opa um und sagte: „ Ja Opa ich weiß warum – weil mein Freund sie sonst essen würde“. Da musste der alte knurrige Klaus so herzhaft lachen das plötzlich aller Groll, den er für viele Jahre hegte in Rauch aufging. Er fühlte sich mit einem mal so leicht – so befreit und verspürte zum ersten Mal seit langer, langer Zeit das Bedürfnis seiner Enkelin zu sagen wie sehr er sie doch mochte. Von nun an gab es den knurrigen Klaus nur noch an sehr wenigen Tagen, denn er genießt es mit seiner Enkelin und seinen neu gewonnen Freunden im Wald zu spazieren – mit seinen Blicken immer bei seinem Ur-Enkel klein Jimmy und dessen Freund Mocko.

© by Nick aka L Diablo – XTrian®.com 

Bleibt mir gewogen und genießt euer Leben

 

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